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Der Waldrapp

Veröffentlicht in Sonderaustellungen

07. Mai - 26. Oktober; Do., Fr., Sa., So. und Feiertage: 14.30h - 18.00h - Führungen auf Anfrage.

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Der Zugvogel, der bis ins 17. Jhd. in Europa und im gesamten Mittelmeerraum heimisch war, zählt heute zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten weltweit.
In den Sommermonaten, in denen er auch seine Küken aufzieht, war der seltsame Ibis-Vogel in Europa anzutreffen, während er die Wintermonate im wärmeren Süden verbrachte. Seine Nahrung findet er auf gerodeten Acker- und Wiesenflächen. Würmer, Maden, Larven aber auch kleinere Amphibien und sogar Mäuse gehören dazu. 

Seine Nester baut der Koloniebrüter bevorzugt in Nischen an steilen Konglomeratabhängen. Seine Nahrungssuche auf gerodeten Freiflächen und die von Menschen als Siedlungspunkte genutzten Anhöhen zwangen ihn dazu in der Nähe der Menschen zu brüten. Aber auch seine Neugierde machte ihn zur leichten und beliebten Beute der mittelalterlichen Gemeinden. Erzbischöfliche Dekrete aus dem 16. Jhd. belegen die schleichende Ausrottung des Waldrappe. Da der Klausrabe, wie der Waldrapp im Mittelalter genannt wurde, auch an den Stadtbergen Salzburgs siedelte war z.B. das „Schießen des Klausraben von der Getreidegasse aus“ verboten, ebenso der beliebte Nestraub von Jungvögeln zur Mästung. Diese Dekrete sowie zahlreiche Kochrezepte aus dieser Zeit belegen warum der seltsame Vogel bei uns ausgerottet wurde.

Ab dem 17. Jhd. verschwanden die Waldrappkolonien in Europa, nur mehr Restkolonien in Marokko, in der Türkei und in Syrien waren im 20. Jhd. noch bekannt, wobei diese Kolonien jegliches Migrationsverhalten verloren hatten und somit nicht mehr zwischen Sommer- und Wintergebieten wechselten.

2013 wurde das EU-Projekt „Reason for Hope“, eines der größten europäischen Artenschutzprojekte, ins Leben gerufen. Im Rahmen des EU Projektes (LIFE+ Biodiversity) wird mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt. Ziel ist es, den Waldrapp bis 2019 als heimischen Zugvogel in den europäischen Fluren wieder anzutreffen. Das Projekt basiert auf den langjährigen Erfahrungen des Artenschutzprojektes Waldrappteam

Die laufenden Bemühungen des Waldrappteams (www.waldrapp.eu) scheinen erste Früchte zu tragen. Unter Leitung von Dr. Johannes Fritz, werden Walrappe aus Zoobeständen ausgewildert. An ausgewählten Konglomeratfelsen in Burghausen und am Georgenberg in Kuchl wurden Nistplätze geschaffen. Das Ansiedeln der Waldrappe aus den Zoos, sowie die Aufzucht der ersten hier geborenen Jungvögel werdenvon menschlichen Zieheltern überwacht. Diese Zieheltern, Mitarbeiter des Waldrappteams, zeigen den Vögeln auch den Weg in den wärmeren Süden. Jedes erwachsene Tier ist mit einem speziellen GPS-Sender ausgestattet mit dem jederzeit der Aufenthaltsort des jeweiligen Vogels lokalisiert werden kann. Mit Ultraleichtflugzeugen lernen die Zieheltern den Vögeln den Weg in die Toskana, wo sie überwintern. 2015 kehrten die ersten ausgewilderten Waldrappe selbstständig aus der Toskana zum Georgenberg zurück und zogen Ihre Jungen dort auf.

In enger Zusammenarbeit mit dem Waldrappteam ist eine bunte Sonderausstellung entstanden, in der speziell die Georgenberger Waldrappe im Mittepunkt stehen.

Alleine die Geschichte des Waldrapps ist hochspannend, daher ist ihr in der Sonderausstellung ein eigener Themenkreis gewidmet. Mancher mag zwar wissen, dass die Ibis-Vögel bereits im alten Ägypten als Sinnbild des ibisköpfigen Gottes Toth (Gott des Mondes, der Magie, der Wissenschaft, der Schreiber, der Weisheit und des Kalenders) verehrt wurden, doch kaum jemand weiß, dass eine der berühmten venezianischen Masken vom Waldrapp abgeleitet sein soll. Auch zahlreiche Abbildungen des Waldrapps in Gemeindewappen belegen seine Bedeutung im Mittelalter.

Besonderes Augenmerk haben wir auf die Themengebiete Aufzucht, Nahrungssuche, Flugverhalten, sowie das für Waldrappe typische Sonnenbaden gelegt. Auch das EU-Projekt wird in optisch ansprechender Weise anhand von Bild- und Texttafeln dargestellt. Sogar ein echtes Ultraleichtflugzeug ist zu bestaunen und zahlreiche Präparate rund um den schillernden Vogel gewähren weitere Einblicke in die Lebensweise des Vogels und in die Arbeit des Waldrappteams.

Weitere Highlights bilden multimediale Stationen, wie z.B. Dokumentarfilme oder eine Demo-App, mit der die Flugbewegungen einzelner Georgenberger Waldrappe bis zu einem Jahr zurückverfolgt werden können.

Über eine Live-Schaltung kann man die Georgenberger Waldrappe im Museum an ihren Nistplätzen beobachten.

Führungen durch die Sonderausstellung oder die Dauerausstellung zur Geschichte Kuchls bieten wir gerne auf Anfrage an.

Aber auch Führungen am Georgenberg gemeinsam mit Mitarbeitern des Waldrapp-Teams und ein Vortrag sind geplant. Diese Termine sind aktuell noch in Vorbereitung und werden rechtzeitig auf unserer Homepage und auf Facebook angekündigt.