Der hl. Severin in Cucullis/Kuchl
Leseprobe aus dem Buch "Der Georgenberg", Autor: Wilfried Kovacsovics
Über den Beginn der Christianisierung in der Provinz Noricum informieren nur vereinzelte, aber ohne Zweifel wichtige und zuverlässige Quellen. Auf welchem Wege und zu welchem Zeitpunkt das Christentum tatsächlich nach Noricum kam, geht aus ihnen nicht hervor, doch bezeugen sie, dass die Christianisierung hier spätesten im 3. Jahrhundert einsetzte und dass es bereits gegen Ende des 3. Jahrhunderts vor allem entlang der Donau kleinere christliche Gemeinden gab. Die Christianisierung der Provinz hatte somit noch vor dem Kurswechsel begonnen, der von Kaiser Konstantin I. (306-337) im Jahre 313 mit der Mailänder Übereinkunft vorgenommen wurde. Mit dieser Übereinkunft war dem Christentum volle Glaubensfreiheit zugesichert worden, mit der konstantinischen Wende stieg die christliche Kirche sogar zur wichtigsten, staatlich anerkannten Glaubensgemeinschaft auf.


Der Name Kuchl wird von der römischen Straßenstation Cucullis abgeleitet und wird um 700 unter den ersten Schenkungen Theodos von Bayern an den Klerus von Salzburg, als ein locus cucullos erwähnt. Eine weitere sehr frühe, hochmittelalterliche Nennung in den Lehnsbüchern des Erzbischofs lautet pagus chuchala (die Gegend um Kuchl).